Schier endlos scheint an heißen Sommertagen zwischen vielen anderen Inselenthusiasten der Weg hinauf in das Seebad Breege / Juliusruh; zum nördlichen Ende der Schabe, der 10 Kilometer langen natürlichen, schmalen und feinsandigen Landverbindung der Halbinsel Wittow mit der Halbinsel Jasmund. Wunderschön zwischen Meer und Bodden gelegen, bietet das Seebad ideale Voraussetzungen zum erholsamen Urlaub für jedermann und entschädigt großzügigst für die mitunter mühsame Anreise. Mit dem Niedergang der Segelschiffahrt am Ende des vorletzten Jahrhunderts war der Broterwerb heimischer Fischer und Kapitänsfamilien erst einmal futsch. Doch als im Jahre 1883 der Breeger Badeverein gegründet wurde, ging es mit dem Fremdenverkehr aufwärts. Villa- und Hotelbesitzer gründeten 1895 die Kurvereinigung Juliusruh und 1928 wurden das boddenseitig gelegene Breege und Juliusruh an der Ostsee, zu einem Seebad vereinigt. "Ruhige schöne Lage, unmittelbar am Wasser", "Gute und billige Küche nebst Pension" und "Mäßige Kurtaxe", sugerrierten Reiseführer bereits vor über 100 Jahren. Hinter den Dünen wuchsen Villen und Pensionen unaufhaltsam in die Höhe. 1908 bauten die Altvorderen eine Seebrücke in die Tromper Wiek, jener Ostseebucht zwischen Glowe und dem Kap Arkona, wo nach zeitgenössischen Berichten in der Ära des Kalten Krieges schwedische U-Boot-Besatzungen am FKK-Strand „spioniert“ haben sollen. Eis und Stürme machten dem Bau mehrmals den Garaus, was die Damen und Herren Badelustigen, seinerzeit sittsam durch eigene Badeabteilungen getrennt und heute bunt durcheinander gewürfelt, in keinster Weise vom erholsamen Badevergnügen abhielt und auch weiterhin nicht abhält. Heute lädt auch ohne Seebrücke der feine weiße Sand der Schaabe, einem der schönsten Strände entlang der gesamten Ostseeküste, die ganze Familie zum individuellen Badeurlaub ein.Inclusive Surfen, Bananenreiten, Kitesurfen, Wasserski, Parasailing oder purer Entspannung. Erstes Haus am Platze in Juliusruh ist die „Aquamaris Strandresidenz Rügen“. In 140 Hotelzimmern, 68 Appartements und 52 Ferienwohnungen ist man hier nicht nur gut gebettet, sondern findet neben Bierpub, Steakhouse, TanzBar, Hallenbad, Beauty- und Gesundheitsfarm, Tenniscourts und Kegelbahnen ganzjährig kulturelle Unterhaltung. Comedyabende oder Auftritte der Köstritzer Jazzband sind hier fester Bestandteil des Serviceprogramms. Freunde „dünnerer Behausungen“ finden quer über die Straße im Freizeitcamp „Am Wasser“ artgerechte Unterkunft! Für historisch interessierte Besucher des Seebades ist der Besuch im Seepark quasi Pflicht. Der Begründer des Parkes, Julius von der Lancken, wurde im Jahre 1767 geboren. Der Park erhielt 1795 mit dem in der Mitte liegenden Hauptgarten, einen durch Kunst aufgefüllten Berg, worauf sich ein Tempel erhebt, sein heutiges Aussehen. 1803 sah sich Julius von der Lancken durch völlige Ebbe in der Geldbörse genötigt, das propere Anwesen an seinen Vetter Phillip, den Besitzer von Lancken-Wittow, zu veräußern. Müßiggänger finden bei einer zwanglosen Wanderung durch die Lindenalleen ihre rechte Bestimmung und den Begründer des Parks, als Gedenkstein aus Granit verewigt, stören offensichtlich auch die jährlich hier „antrabenden“ Cowboys nicht, wenn diese beim Countryfest an der Schaabe den musikalischen Eigenheiten eines völlig anderen Kulturkreises frönen. Wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum des binnenseitig gelegen Ortsteiles Breege, ist ohne Zweifel der neue/alte Hafen am Ufer des Jasmunder Boddens. Wer entlang der vielen, nun wieder rekonstruierten Kapitänshäuser zum Hafen flaniert, fühlt sich unweigerlich in die gute alte Zeit versetzt. Nach modernsten Belangen hingegen wird hier in der Segelschule Mola nautisches Handwerk für Freizeitskipper gelehrt, die bei der jährlichen Saalhund-Regatta Erlerntes unter Wettkampfbedingungen beweisen können. Der dabei zu segelnde Kurs führt neben der Hafenzufahrt an den Saalsteinen vorbei, wo sich früher einmal Seehunde gesonnt haben sollen. Saalhund ist platt und steht im Hochdeutschen für Seehund. Wer Glück hat kann auch heute noch einen der schnellen Fischjäger erblicken: nämlich genau dann, wenn ZDF-Fernsehstar Robbie bei Dreharbeiten im gegenüberliegenden Ralswiek wieder einmal ausbüchst und auf seinem Weg in die Ostsee unweigerlich Breege passieren muß. Erwischt man dabei noch genau den Tag, an dem gerade ein Hafenfest über die Bühne geht und bei der Gelegenheit auch gleich noch via Fahrgastschiff auf dem Bodden zu den Störtebeker-Festspielen nach Ralswiek oder auf der Gegenseite der wunderschönen Insel Hiddensee einen Besuch abstatten kann, dann sind die vielfältigen Möglichkeiten dieses Ortsteils des Seebades erst richtig ersichtlich. Übrigens: Für Besucher, welche die Gegend um Breege und Juliusruh per Rad erkunden wollen, gibt es gut ausgebaute Radwanderwege. Die niegelnagelneue Piste zwischen Juliusruh und Glowe ist auch unter inselkundigen Wanderern und Inline-Skatern ein Geheimtip.
|