Seedorf/Neuensienn liegt im Süd Östlichen Teil der Insel Rügen, zwischen den Ostseebädern Binz und Sellin. Seedorf ist ein kleiner, niedlicher Fischerort und Ortsteil von Sellin. Besonders beliebt ist Seedorf bei den Hobby-Seefahrern, den Seedorf ist Wasserseitig durch einen kleinen Fjord,wenn gleich eng, aber sehr gut von der Ostsee anzusteuern. Der in Seedorf befindliche Yachthafen ist entsprechend gut frequentiert und erfreut sich ebenso von der Landseite größter Beliebtheit und ist wie die Gemeinde Seedorf selbst ein äußerst beliebtes Ausflugsziel auch für Naherholungsurlauber. Ob Stralsunder oder Rügener, alle wissen den Erholungswert des Süd-Östlichen Teils Rügen besonders zu schätzen. Seedorf liegt sozusagen im Kern dieser einzigartigen Naturlandschaft, welche als Biosphärenreservat gilt.
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Der südöstliche Teil der Insel ist am 1. Oktober 1990 zum Biosphärenreservat erklärt worden und ist seit März 1991 von der UNESCO anerkannt. Das Großschutzgebiet umfasst die Landschaftsteile Mönchgut, die Granitz, die Umgebung von Putbus, den Rügenschen Bodden und die Insel Vilm. Auf Südost-Rügen gilt es eine jahrtausendealte Kulturlandschaft zu bewahren. Das Gebiet ist seit der mittleren Steinzeit von Menschen bewohnt und noch heute bestimmen Großsteingräber, Hügelgräber, Burgwälle, Kirchen und Siedlungen, Parks, Alleen, Feldgehölze und Einzelbäume das Bild. In dem geologisch kurzen Zeitabschnitt der letzten 15 Jahrtausende prägte sich das Landschaftsbild aus. Dieser Zeitraum besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Etappen, der eiszeitlichen (pleistozänen) und der nachzeiteislichen (holozänen) Phase.
Im letzten Abschnitt der pleistozänen Weichselkaltzeit entstand das Grundgerüst Südost-Rügens, die heutigen Inselkerne mit kuppigen Endmoränenzügen und Grundmoränen. Gleichzeitig wurden tiefe Gletscherzungenbecken ausgeschürft. Im Bereich der Endmoränen wurden ältere Geschiebemergel , Kiese und Sande, aber auch Schollen von Kreide un Tertiärgesteinen von den jüngsten Gletschern gestaucht, aufgearbeitet und umlagert. Grundmoränen (Ebenen zwischen den Endmoränenkuppen)n entstanden dort, wo das Eis großflächig niedertaute und den unsortierten kalkreichen Gesteinschutt als Geschiebemergel zurückließ. Nacheiszeitlich, bedingt durch den Anstieg des Meeresspiegels, setzten die Prozesse des Küstenausgleichs ein. An den pleistozänen Inselkernen wurde abgetragen und angelandet. Es bildeten sich Sandhaken, die sich erweiterten und heute als Nehrungen die Inselkerne verbinden. Die Dynamik der Steil - und Flachküsten wird von Abtragung (Erosion), Materialtransport und Ablagerung (Sedimentation) bestimmt. Vor allem die Außenküsten Südost-Rügens bieten bis in die Gegenwart ein Bild steter Veränderung. An den steil aufragenden Geschiebemerkelkliffs entstehen Brandungskehlen, die überhängenden Sedimentpakete rutschen mitsamt der darauf wachsenden Vegetation ab und werden bei Hochwasser aufgearbeitet. Zurück bleiben urwüchsige Blockstrände mit riesigen Findlingen und grobem Strandgeröll. Bei starkem, auflandigem Wind wird Sand aufgewirbelt und hoch oberhalb des Strandes als Kliffranddüne abgelagert. Der weitaus größte Teil des feinen Seesandes wird jedoch von Küstenströmungen in den Anlandungsbereich der Flachküsten geschwemmt und baut dort Haken und Nehrungen auf. Die seeseitigen Flachküsten sind die bevorzugten Badestrände, denen landwärts waldbestandene Dünen oder vermoorte Niederungen folgen. uch die boddenseitige Küste besteht teils aus Steilufern und teils aus Flachküsten. Letztere sind als Verlandungsbereiche mit Salzwiesen bestanden oder weisen Gürtel von Schilfröhricht auf. Der Reiz der Landschaft Südost-Rügens wird wesentlich durch die harmonische Verteilung von Wäldern, Gebüschen, Trockenrasen, Wiesen, Äckern und einer Ufer- und Strandvegetation bestimmt. Mit dem Unesco Programm " Der Mensch und die Biosphäre" ist dem Biosphärenreservat der Entwicklungsrahmen vorgegeben. In erster Linie geht es um den Schutz und die Pflege einer in Mitteleuropa einmaligen Kulturlandschaft. Erhalten bleiben sollen aber nicht nur die Schönheit, Eigenart und Vielfalt Südost-Rügens, sondern auch die traditionell gewachsenen und umweltverträglichen Formen der Fischerei, des Fremdenverkehr, der Land- und Waldwirtschaft. So ist im Bereich der Schutzzone III der ökologische Landbau eine sinnvolle Alternative zur bisherigen Intensivbewirtschaftung. Der Fremdenverkehr sollte abgehen von Massentourismus mit seinen negativen Begleiterscheinungen und anknüpfen an die Traditionen des niveauvollen Bäderbetriebes. Im Mittelpunkt muss das Erleben der einmaligen Landschaft stehen. Auch die Fischerei sollte in die Tourismuskonzepte integriert werden. Von der Erhaltung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft profitieren sowohl die Menschen der Region, als auch der Naturschutz und die Besucher.
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