
1408 erwarben Johannes Kulemann und Vicko Timme zwei Buden am Roten Meer, der heutigen Marienstraße, und eröffneten ein Gasthaus. Dieses und das erstmals 1430 als St.Antonius Kirche erwähnte Gebäude diente als Heim für Arme und Alte sowie als Unterkunft für Wandergesellen. In der Schwedenzeit für Militärgottesdienste und als Heumagazin genutzt, wurde es 1770 bei der Explosion von 250 Zentnern Pulver im Köpkenturm, ehemals Bestandteil der Stadtmauer am heutigen Knieperwall, stark beschädigt. Nach dem Wiederaufbau durch die schwedische Militärbehörde erhielt es die Stadt Stralsund zur Nutzung. Im Januar 1784 wurde das Haus auf Betreiben des Stadtarztes Dr. Bernhard Nikolaus Weigel als erstes Stralsunder Krankenhaus eröffnet. Platzmangel, resultierend aus dem starken Anstieg der Bevölkerungszahlen, machte einen Neubau erforderlich. Nach der Fertigstellung des heutigen Ärztehauses am Frankenwall diente die Gasthauskirche als Seuchenhaus. Seit 1950 befindet sich dort eine Apotheke, die den Namen des in Stralsund geborenen Chemikers Carl Wilhelm Scheele trägt.
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