Sankt Katharinen gehört zu den wenigen Klöstern Norddeutschlands, deren gotische Bausubstanz fast vollständig erhalten geblieben ist. Erstmalige Erwähnung fand das Kloster auf einer Inschrift mit der Jahresangabe 1251. Laut Urkunde vom 31. Oktober 1261 schenkte Fürst Jaromar II. dem Dominikanerkloster den freien Platz zwischen dem bisherigen Klostergelände und dem Stadtwall, am Rande der damaligen Altstadt. Der Bau des Klosterkomplexes und der Kirche zog sich bis um 1317 hin. Die fast vollständig erhaltene Anlage gehört zu den größten ihrer Art in Norddeutschland. Die Reformation 1525 hinterließ auch hier ihre Spuren, so ist von der einstmaligen Inneneinrichtung heute kaum noch etwas vorhanden. Durch die nach der Reformation stattfindende Säkularisation, Trennung von Kirche und Staat, und den darauf folgenden Umbauarbeiten endete die ausschließlich kirchliche Nutzung des Klosters. 1560 zogen das aus drei kirchlichen Schulen gebildete Gymnasium und ein Waisenhaus in die Klosterräume ein. Die humanistische Bildungsstätte hatte hier bis 1945 ihr Domizil und der östliche Klosterteil war bis 1919 Heimat des städtischen Waisenhauses. Die Klosterkirche nutzten die Schweden seit 1678 und nach 1815 die Preußen als Arsenal oder Zeughaus bis zum Verkauf 1902 an die Stadt. Nach Auszug des Waisenhauses und einer umfassenden Restaurierung, von 1919-24, zog das seit 1859 bestehende und bis dahin im Rathaus untergebrachte Neuvorpommersche Museum für einheimische Altertümer und Kunstgegenstände in die Klosterräume ein. Aus diesem bildete sich dann später das Kulturhistorische Museum heraus, in dem man umfangreiche Sammlungen zu Archäologie, Volkskunde, Kunst- und Kulturgeschichte Vorpommerns besichtigen kann. Es wird die Stadtgeschichte von der Gründung über das Mittelalter bis zur Jahrhundertwende, Bildende Kunst, Kunsthandwerk, historisches Spielzeug und Sonderausstellungen gezeigt. Besonders sehenswert sind die Goldschätze von Hiddensee und Peenemünde, sowie Gemälde von Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge. Die Kirche wurde 1973 komplett entkernt, die zugemauerten Fenster wieder geöffnet und der Innenraum mit einer dreigeschossigen Stahlkonstruktion für das Meeresmuseum versehen. Das Deutsche Meeresmuseum, Museum für Meereskunde und Fischerei- Aquarium ist das größte Naturkundemuseum Norddeutschlands und das einigste seiner Art im gesamten Land. Besonderer Anziehungspunkt ist das Meeresaquarium sowie das in 2004 eröffnete Schildkrötenbecken. Interessant ist neben vielgestaltigen Fischen, farbenprächtigen wirbellosen Tieren und den mächtigen Meeresschildkröten, die anschauliche Eindrücke vom Leben im Meervermitteln, auch die Darstellung der Fischereigeschichte der DDR. Eine architektonische Besonderheit ist der Kapitelsaal mit seinem wunderschönen Kreuzrippengewölbe, getragen von acht schlanken Pfeilern und mit Gewölbemalereien, aus dem 15. Jahrhundert. Der Remter, ehemaliger Speisesaal des Klosters, gehört zu den eindruckvollsten gotischen Innenräumen und ist der einzige erhaltene dreischiffige Saal eines Klosterkomplexes im Ostseegebiet. Dort kann man auch einzigartige erhaltene Gewölbemalereien bewundern. Wegen seiner architektonischen Schönheit und der hervorragenden Akustik bietet er beste Bedingungen für Konzerte.
|