 Das im 13. Jahrhundert errichtete steinerne Gebäude, das mit seiner Nordseite an die Stadtmauer grenzt und erstmals 1312 als Sitz der Familie von der Osten erwähnt wird, schätzt man heute als das am besten erhaltene mittelalterliche Adelshaus in einer norddeutschen Stadt ein. Bis zum 15. Jahrhundert bewohnten das Haus verschiedene wohlhabende Patrizierfamilien, bis es in den Besitz der Gilde der kleinen Kaufleute, der so genannten Kramer-Compagnie kam. Ungeachtet späterer Umbauten durch die Jahrhunderte lässt sich die mittelalterliche Baugestalt noch deutlich erkennen. Der Saal des Haupthauses diente zu Versammlungen und Feierlichkeiten. Das direkt an der Schillstraße gelegene Vordergebäude wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Es diente den Kramerwitwen ab 1820 als Unterkunft, aber es wurde auch zwischenzeitlich als Schulgebäude und Militärlazarett genutzt. 1996 wurde der baufällige, teilweise einsturzgefährdete Komplex an einen Architekten und Bauhistoriker verkauft, der die Gebäude behutsam Stück für Stück sanieren lässt.
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