
Im Museumshaus, einem ehemaligen Krämerhaus, das weitestgehend im Originalzustand erhalten ist, wird über 600 Jahre Kulturgeschichte lebendig erzählt. Mit dem auf 1320 datierten Dachstuhl ist dieses Gebäude eines der ältesten Giebelhäuser Stralsunds. Das Einzigartige am Museumshaus ist das mit allen Spuren der Nutzung erhalten gebliebene Innenleben. Im Erdgeschoss wurden in der offenen, später verbauten Diele Reste kunstvoller Wandtapete freigelegt. Dort, unter der Öffnung des Lastenaufzugs, befindet sich außerdem der Abgang zum Gewölbekeller, zwischen nachträglichen Einbauten, die den Raum der Diele erheblich verengt haben. Im 1. Obergeschoss befinden sich das Kontor des Hausbesitzers sowie die Wohnung der Familie. Über dem Obergeschoss erheben sich über vier Stockwerke die Speichergeschosse, in denen man heute Reste gehandelter Ware besichtigen kann und die untereinander durch Treppen und den Schacht des Lastenaufzugs verbunden sind. Hoch oben unter dem Dachfirst ist ein spätmittelalterlicher Ladekran erhalten geblieben. Das Haus ist durch die Schenkung der Erbengemeinschaft im Besitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und wurde mit Mitteln derer, des Landes und der Stadt unter besonderem Einsatz von Prof. Dr. Kiesow in einem großen Kraftakt zwischen 1996 und1999 restauriert. Die Stadt Stralsund ist somit nur Nutzer, nicht Eigentümer des Hauses. Seit Dezember 1999 ist das Museumshaus alsAußenstelle des Kulturhistorischen Museums der Öffentlichkeit zugänglich. |