 Stadtbefestigung
Die gesamte Stadt war von einer ca. 3100 m langen und bis zu 10 m hohen Stadtmauer umgeben, die erstmals 1256 urkundlich erwähnt wurde. Nach und nach ersetzte man die ursprünglich vorhandenen, mit hölzernen Palisaden bewehrten Erdwälle. Diese Erdwälle boten der Stadt keinen ausreichenden Schutz. 1249 überfielen die Lübecker die junge Stadt und konnten sie ohne große Schwierigkeiten zerstören. Dies führte zum Bau einer standhaften, aus Steinen errichteten Stadtbefestigung. Zu Beginndes 13. Jahrhunderts wurde die Stadtmauer um die gesamte Stadt fertiggestellt. Insgesamt fünf Landtore und sechs Seetore gewährten Zugang zur Stadt, außerdem waren 30 Türme und zahlreiche Wiekhäuser im Mittelalter in die Stadtmauer integriert.Von den Toren sind heute leider nur noch zwei erhalten. Das Kütertor und das Kniepertor gehören zu den sehenswerten Baudenkmälern der Stadt. Das Kniepertor, dessen Name sich von einem Bürger der Stadt aus dem 13. Jahrhundert ableitet,wurde 1304 erstmals urkundlich erwähnt. Sein heutiges Aussehen erhielt das nördlichste der ursprünglichen Stralsunder Stadttore im Wesentlichen im 15. Jahrhundert. Während des 20. Jahrhunderts erfolgte der Umbau zu Wohnzwecken. Das Kütertor wurde als Teil der Stadtbefestigung im Jahre 1446 erbaut. Der Name ist abgeleitet von Küter (Fleischer). Auf der Innenseite lädt das Torschließerhaus zu einer Rast ein. Nach der Machtübernahme durch die Schweden 1648 erfolgte ein Ausbau der Befestigungsanlagen mit 14 Bastionen und mehreren Schanzen, den die Stralsunder Bürger finanziell selbst tragen mussten. Durch die Franzosen auf Befehl Napoleons geschliffen, erfolgte nach 1815 der weitere Ausbau der Befestigungsanlagen durch die Preußen.Die starken Mauern sind nach Aufhebung der Festung Stralsund im Jahre 1873 überflüssig und zu einem großen Teil beseitigt worden. Sehenswerte Reste der Stadtmauer sind am Knieperwall, am Fährwall und am Frankenwall zu besichtigen. Der Teil der Stadtmauer zwischen Kütertor und Mönchstraße wurde umfassend mit Wehrgang, Mauer und Wiekhaus saniert. Im Wiekhaus befindet sich heute eine Gastwirtschaft, die Alte Wache. Außerdem befindet sich in der Stadtmauer das Restaurant Wallensteinkeller, in dem man wie im Mittelalter speisen kann.
| |