Die Insel Vilm ist ein Kleinod der norddeutschen Küstenlandschaft. Sie befindet sich vor der Küste der Insel Rügen im Rügischen Bodden. Gemeint ist damit das Gewässer zwischen Rügens Südküste und der Küste vor der Stadt Greifswald, besser bekannt als der Greifswalder Bodden. Die 2,5 km lange Insel zeichnet sich auf ihren 94 ha durch eine einzigartige für den südlichen Ostseeraum repräsentative Naturlandschaft aus. Aktive Kliffs sowie junge Sandriffe zeigen, dass jahrtausende alte Küstenausgleichsprozesse, durch die Abtragung einerseits und die Anspülung andererseits, hier bis heute in Aktion sind. Auf der Insel ist die gesamte Vielfalt von Küstenformen der südlichen Ostsee ausgeprägt und bis heute von menschlichem Einfluss ungestört geblieben. 1249 erstmals erwähnt, lebten ab 1336 lange Zeit nicht mehr als drei Einsiedler auf der Insel in einem Gehöft. Nach dem letzten großen Holzeinschlag 1527 konnte sich die Natur in ihrer Ursprünglichkeit entfalten und wurde bereits 1936 nach den Vorschriften des zur NS-Zeit erlassenen Reichsnaturschutzgesetzes als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 1959 wurde die Insel durch die Anordnung Walter Ulbrichts für den öffentlichen Besucherverkehr gesperrt und war Feriendomizil für die Mitglieder der DDR-Regierung. Seit Oktober 1990 ist das Naturschutzgebiet Bestandteil des Biosphärenreservates Süd-Ost-Rügen. Im gleichen Jahr wurde die Internationale Naturschutzakademie auf der Insel aufgebaut und eröffnet. Die Unzugänglichkeit des Eilands über diese lange Zeit hat eine einzigartige und ursprüngliche Landschaft hinterlassen und steht für seine unberührte Flora und Fauna, bewachsen mit märchenhaften Wäldern aus riesigen Buchen, bizarren Eichen, Wildbirne, Holzapfel, lianenartigen Pflanzen, die sich um die knorrigen Äste winden und über 300 Farn- und Blütenpflanzen. Außerdem ist die Insel Brutstätte und Rastplatz für die unterschiedlichsten Vogelarten. Um die Schönheit und Unversehrtheit dieses Paradieses zu erhalten wird die Besucherzahl auf täglich nur maximal 30 Personen begrenzt, die die Insel durch eine Führung erkunden können. Wer einen Besuch auf der Insel Vilm plant, muss sich einigen grundsätzlichen Regeln unterwerfen. Besucher müssen sich telefonisch anmelden und können nur von Lauterbach mit dem kleinen Schiff "Julchen" übersetzen. Dort angekommen findet eine ca. 90 min andauernde Führung statt, bei der man den Rundweg aufgrund des strengen Naturschutzes nicht verlassen darf. Durch diese strengen Reglementierungen kann die einzigartige Natur für viele folgende Generationen erhalten werden. Ein illegales Betreten oder Anlanden wird durch die auf der Insel lebenden Naturschützer schnell erkannt und hat schwerwiegende Konsequenzen. Trotz dieser Einschränkungen fasziniert dieses Paradies jeden der es bisher betreten hat und so zog der Reiz dieser Landschaft nicht zuletzt viele Maler, unter anderem Caspar David Friedrich, in ihren Bann.
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